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Olympia-Teilnehmerin Hennig erklärt RücktrittCottbus (dpa) - Die Cottbuserin Angela Hennig hat nach ihrem fünften Platz im Straßenrennen der Frauen bei den deutschen Rad- Meisterschaften in Sangerhausen ihren Rücktritt erklärt.«Traurig aber wahr: Es geht stetig bergab mit unserem Sport. Ich ziehe die Notbremse und konzentriere mich auf meine neue Zukunft», erklärte Hennig, die für ihren Entschluss auch maßgeblich den Rückzug des Sponsors bei der Equipe Noris verantwortlich machte. «Seit vielen Wochen bin ich sehr unzufrieden», sagte die 29- Jährige, die sich jetzt auf ihre Arbeit bei der Bundespolizei konzentrieren will. Unter ihrem Mädchennamen Brodtka hatte Angela Hennig 2004 an den Olympischen Spielen in Athen teilgenommen und im gleichen Jahr im Gesamt-Weltcup den dritten Platz erreicht. Bei den deutschen Meisterschaften 2005 und 2007 belegte Hennig jeweils den dritten Platz. Eis-Star Sáblíková will nun auch Rad-Olympia-GoldBerlin (dpa) - Eigentlich kommt sie vom Eis, aber auch auf dem Asphalt fährt sie die Konkurrenz in Grund und Boden. Dennoch blieb Tschechiens Eisschnelllauf-Star Martina Sáblíková nach ihrem Sieg im Straßenrennen bei den tschechisch-slowakischen Rad-Meisterschaften bescheiden.«Mit einer Medaille hatte ich überhaupt nicht gerechnet, eigentlich wollte ich das Rennen nur beenden», sagte Sáblíková. Zuvor hatte die 23-Jährige auch die Erfolge im Einzel- und Mannschaftszeitfahren beim Championat im slowakischen Holíc und dem tschechischen Kyjov errungen. Das Meister-Triple war für Sáblíková nur eine Etappe auf dem Weg zu den Olympischen Sommerspielen 2012 in London. «Bis dahin ist aber noch ein weiter Weg, auf dem viele Qualifikationen und Wettkämpfe warten. Ich würde mir das gern offen lassen», gab sich die Eisschnelllauf-Weltrekordlerin über 5000 und 10 000 Meter in der tschechischen Zeitung «MF Dnes» noch eher zurückhaltend. Sollte sie ihr Ziel verwirklichen, wäre sie einer der wenigen Topstars mit einem Doppelstart bei Olympischen Winter- und Sommerspielen. Als erste ihrer Zunft hatte die Dresdner Eisschnelllauf-Olympiasiegerin Christa Rothenburger im Jahr 1988 an beiden Spielen teilgenommen: In Calgary gewann sie Gold über 1000 und Silber über 500 Meter, nur wenige Monate später in Seoul bei den Sommerspielen Silber im Rad-Sprint. Auch Chris Witty, die amerikanische 1000-Meter-Olympiasiegerin im Olympic Oval von Salt Lake City 2002, versuchte sich auf der Radrennbahn und wurde 2000 in Sydney Olympia-Fünfte. Die entscheidende Frage dürfte nun sein: Wie kann die spindeldürre Eisschnellläuferin ihre winterlichen Aktivitäten, auf die sie weiter größeren Wert legt, mit der Sommersaison im Radsport kombinieren? Der Weltcup auf dem Eis-Oval startet Mitte November, nur eineinhalb Monate nach der Straßen-Rad-WM in Melbourne. «Mein Trainer wird mich zu nichts zwingen», sagte Sáblíková und fügte hinzu, dass sie im Training ohnehin genug Rad fahre. Ihr Coach Petr Novák lässt alles auf sich zukommen, sieht aber noch Nachholbedarf für seine Athletin: «Für eine Olympia-Teilnahme muss sie noch etwas mehr machen. 3000 Kilometer müssten es schon sein und nicht 400», sagte er. Sáblíková wollte ursprünglich am Straßen-Einzelrennen gar nicht teilnehmen. Sehr zur Überraschung ihres langjährigen Trainers entschied sich die derzeit schier unschlagbare Langstrecken- Spezialistin nach den beiden erfolgreichen Zeitfahren doch noch anders, fuhr mit - und am Ende allen davon. Mit einem komfortablen Vorsprung von 3:48 Minuten auf die Zweitplatzierte Martina Ruzicková fuhr Sáblíková über die Ziellinie, der überraschende Hattrick war perfekt. Kuriosum am Rande: Während Ruzicková im Winter Tausende Kilometer auf dem Rad abspulte, blieben der prominenten Siegerin nur drei Wochen Zeit und rund 400 Rad-Kilometer zur Vorbereitung. Als nächsten Meilenstein auf dem Weg zur olympischen Sommer- Premiere steht für Sablikova nun die Teilnahme an den Rad-Weltmeisterschaften im September in Melbourne auf dem Programm. Mit ihren Ausdauer-Fähigkeiten kann sich Sáblíková durchaus Chancen auf Medaillen ausrechnen. Die Nominierungskriterien sind zwar noch nicht festgelegt, abgeneigt ist der Verband aber nicht: «Warum sollten wir Martina nicht dorthin schicken, wo sie Chancen auf einen Erfolg hat», erklärte Jozef Regec, Vizepräsident im tschechischen Radsport-Verband. Meister Knees will Etappensieg und ArbeitsplatzSangerhausen (dpa) - Weder im Jugend- noch im Amateurbereich hatte er es je soweit gebracht. Jetzt streifte sich Christian Knees endlich das «Scheiss-Trikot» über, wie er das Meistershirt auf seine Art liebevoll und gerührt nannte.Der lange Euskirchener wird es voller Stolz («ein irres Gefühl») bei der 97. Tour de France tragen. Dort wird er es jedoch schwer haben, seinen in Sangerhausen bei den deutschen Straßenmeisterschaften erkämpften Nimbus des besten Radprofis hierzulande zu verteidigen. Denn die Mannschafts-Hierarchie beim einzigen deutschen ProTour-Team, das um einen neuen Sponsor für 2011 kämpft, sieht ihn in erster Linie als Helfer vor. Knees soll Linus Gerdemann die Wege bereiten, damit der Wahl-Schweizer im Gesamtklassement glänzen kann und/oder eine Etappe gewinnt. Außerdem wird er versuchen, auch dem Sprinter Gerald Ciolek die Strecke in den schnellen Finals in Holland, Belgien und Frankreich zu ebnen. Darüber hinaus soll der 29-Jährige auch noch Kraft aufsparen für eigene Interessen. «Mein erster Etappensieg ist mein Ziel - egal wo. Da bin ich anspruchslos», sagte Knees, der wie der Großteil im Team hofft, dass es auch im nächsten Jahr weitergeht in der Eliteliga des Radsports. Danach sieht es aber fast nicht mehr aus. Der Milram-Sponsor Nordmilch, seit 2006 im heiklen Radsport-Geschäft, hatte bereits im Vorjahr den Ausstieg für das Saisonende 2010 bekanntgegeben. Team- Manager Gerry van Gerwen hofft auf die kleine Option, dass Nordmilch sich in irgendeiner Form noch weiter engagiert - und auf einen neuen Geldgeber. Seit Monaten versprüht der Niederländer Optimismus, spricht von «vielversprechenden Verhandlungen». Ihr Ergebnis, das über etwa 60 Arbeitsplätze entscheidet, will er am zweiten Ruhetag der Tour de France in Pau verkünden. Viele der eigenen Profis und Experten von Konkurrenzteams sehen schwarz für die Zukunft der Truppe in den leuchtend blauen Trikots. Der neue deutsche Meister hat zwar noch «keine konkreten Angebote», aber «so oder so keine Angst» um seine Zukunft im Metier. Fabian Wegmann führt seit einiger Zeit Gespräche mit Interessenten aus der ProTour und Ciolek soll sogar schon einen Vorvertrag beim belgischen Parma-Lotto-Team unterschrieben haben. «Ich bin skeptisch. Es könnte sein, dass es in Deutschland nach dem Aus von Gerolsteiner Ende 2008 im kommenden Jahr keinen ProTour- Rennstall mehr gibt. Eine Regel lautet: Wer zum Tourstart keinen neuen Sponsor hat, bekommt auch keinen», vermutet Ex-Profi Jan Schaffrath, Teamleiter bei der US-Konkurrenz HTC Columbia. Dass es so kommt, wie von Schaffrath beschrieben, musste zuletzt Hans-Michael Holczer mit Gerolsteiner schmerzlich zur Kenntnis nehmen. Gut möglich, dass das van Gerwen-Team im kommenden Jahr in die zweite Liga absteigt. Dort will NetApp als neue ProContinental- Mannschaft 2011 hin. Das im Vorjahr gegründete Team, das in Sangerhausen mit Andreas Schillinger als DM-Dritten glänzte, will seinen langsamen Aufstieg bis in die Eliteliga fortsetzen. «Wir schmeißen nicht mit Geld um uns und wollen uns weiter kontinuierlich hocharbeiten. Retortenteams gibt es genug», sagte NetApp-Teamchef Stephan Denk, der seine Konzeption zum Tourstart in Rotterdam vorstellen wird. Vorbild bleibt der Fußball-Bundesligist Hoffenheim, der vom selben Sponsor finanziert wird. |
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