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Dreiländergiro: Ein perfekter Tag!

Helme, nichts als Helme - schon am Start herrschte beim Dreiländergiro eine atemberaubende Atmosphäre. Rund 3000 Starter scharrten zu früher Morgenstunde um 6:20 Uhr im österreichischen Nauders am Reschenpass mit den Pedalplatten.

Die herrlichen Witterungsbedingungen mit stahlblauem Himmel, eine gigantische Bergkulisse sowie rockige Klänge aus den Lautsprechern taten ihr Übriges, endlich auf die Strecke gehen zu wollen.

Punkt 6:30 Uhr startete der Marathon-Klassiker im Dreiländereck - Österreich, Italien, Schweiz - erstmals in seiner Geschichte mit einem ohrenbetäubenden Kanonenschuss.

In der ersten Startreihe tummelte sich viel Prominenz. Neben den beiden Nordischen Kombinieren aus der Alpenrepublik, Olympiasieger Christoph Bieler und Weltmeister Willi Denifl, rollte unter anderen auch der ehemalige österreichische Straßenmeister und Gewinner der Tour de Suisse, Helmut Wechselberger, im Peloton der Jedermänner.

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Im Anschluss an die rauschende Abfahrt vom Reschenpass und der Fahrt durch das altehrwürdige, hölzerne Tor der Stadtmauer des malerischen Ortes Schluderns am Fuße des Ortler-Massives trennten sich die beiden Strecken. Während die Teilnehmer der Strecke A über 168 Kilometer und 3300 Höhenmeter links Richtung Prad abbogen, um den Anstieg auf das legendäre Stilfserjoch in Angriff zu nehmen, führte die B-Strecke (134km, 2020hm) auf direktem Weg über den Ofenpass und das Schweizerische Engadin zurück zu Start und Ziel in Nauders.

Ein geiles Rennen!

Am Stilfserjoch, der Königin der Passstraßen, trennte sich auf den 24,6 Kilometern von Prad auf den Gipfel auf 2.757 Meter Höhe erwartungsgemäß schnell die Spreu vom Weizen. Ich kurbelte einen Großteil der 48 Kehren an der Seite von Stefan Köberle, der für das Team Alpecin-RoadBIKE am 29. August beim Ötztaler Marathon an den Start gehen wird. Wie gut der Junge schon Ende Juni drauf ist, zeigte sich in den letzten Kurven der geschichtsträchtigen Serpentinenstraße, wo der Allgäuer sogar auf Kombinierer Bieler auffuhr.

Unser Aufstieg auf das Stilfserjoch dauerte insgesamt 1:40 Stunden. Mit der Abfahrt auf dem Umbrailpass auf teils unbefestigter Straße folgte der nächste Gradmesser eines Rennens, das immer mehr an Dynamik gewann - bei einem Höllentempo zwischen 60 bis 80 km/h war Vorsicht geboten.

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Der Dreiländergiro erwies sich einmal mehr als gnadenloses Rennen, das auf keinem der 168 Kilometer locker lässt. Auf den Höllenritt vom Stilfserjoch am Hinterrad von "Bieles", wie Christoph Bieler (Team Mooserwirt Ridley), von seinen Fans genannt wird, folgte nach der Ankunft in Santa Maria der direkte Anstieg über 774 Höhenmeter auf den Ofenpass, der seinem Namen auch in diesem Jahr wieder gerecht wurde.

Warum ausgerechnet Radsport?

Die Sonne brannte gnadenlos herunter und ich war nicht der einzige, dem die Muskulatur nach den Strapazen am "Stilfser" und dem 20-minütigen Downhill sowie dem erneuten, direkten Aufstieg verrückt spielte. Erste Krämpfe durchzogen wie kleine Elektroschocks meine Oberschenkel. So sah ich meine Gruppe dahinfahren, während ich damit beschäftigt war, so viel Flüssigkeit wie möglich in mich hineinzuschütten.

Im Gegensatz zu "Bieles", der am Ofenpass seinen Krämpfen Tribut zollen musste, hatte ich an diesem in allen Belangen perfekten Tag das Glück auf meiner Seite und konnte meinen "Omnibus" in Form der dritten Gruppe des Rennens buchstäblich auf dem letzten Ritzel einholen und bis zum Fuße der Norbertshöhe halten.

Am letzten Anstieg des Tages hatte ich einerseits die Schnauze voll, andererseits wollte ich ein Platzen des Motors zwei Kurven vor Schluss verhindern. So ließ ich die starke Konkurrenz endgültig gewähren und nahm die abschließenden 439 Höhenmeter des Tages im Alleingang in Angriff. Um 12:15 Uhr fand das Unternehmen "Quäl dich, du Sau!", bei dem man sich spätestens nach drei Stunden fragt, warum man sich nicht wunderschönen Sportarten wie Schach oder Hallenhalma hingibt, nach 5:45,11 Stunden ein Ende.

Doch Platz 47 ließ all die Anstrengungen und Schmerzen der letzten Stunden vergessen machen. "Alpecini"-Stefan wurde sensationeller 40. Hut ab vor dem Youngster, der ebenfalls einen perfekten Tag erwischte.

Doping: Anti-Doping-Razzia in Norditalien

Rom (dpa) - Die italienische Polizei hat in Norditalien Wohnungen mehrerer Radprofis und Arztpraxen durchsucht. Über 100 Polizisten seien bei der Razzia im Einsatz gewesen, hieß es nach Angaben der Nachrichten-Agentur ANSA.

Offenbar sind auch verbotene Medikamente beschlagnahmt worden. Die Großrazzia war von der Staatsanwaltschaft Padua veranlasst worden.